Das Europäische Solidarność-Zentrum

Text: Aleksandra Pure
Foto: Natalia Wollny

Das Europäische Solidarność-Zentrum (Europejskie Centrum Solidarności, ECS) befindet sich auf dem Solidarność-Platz in der Nähe des Denkmals für die gefallenen Werftarbeiter von 1970 oder umgangssprachlich auch „Drei-Kreuze-Denkmal“ (Pomnik Trzech Krzyży) genannt.[1] An diesem Ort, auf der Lenin-Werft, formierte sich im August 1980 eine Gewerkschaft, die später zur größten landesweiten oppositionellen Bewegung gegen das kommunistische Regime wurde.

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Besuch der Uniwersytet Gdański und Gespräch mit Piotr Perkowski

Text: Philipp Mangels

Die Reise in eine fremde Stadt hat auf einer Exkursion nicht nur zur Folge, dass man sehr viel im besuchten Ort entdeckt und ein Gefühl für diesen erfährt, sondern bietet auch die Möglichkeit, sich selbst in der Stadt zu verorten. In den Vorbesprechungen wurde die Motivation einiger Teilnehmer*innen deutlich, die Stadt kennenlernen zu wollen, um eventuell ein Auslandssemester dort zu machen. Eine Teilnehmerin sagte zwar, dass Kraków und Warszawa derzeit eher für ein Auslandssemester in Erwägung gezogen würden, dies könne sich aber durch den Besuch der Stadt Gdańsk ändern. Deshalb besuchten wir am Donnerstagabend nach einem bis dato anstrengenden Tag das Viertel Oliwa und die Uniwersytet Gdański.

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Die Stadt Danzig – Miasto Gdańsk

Text: Jonas Pawlik
Foto: Marieke Wist

An unserem ersten richtigen Tag in Danzig begann unser Programm mit einer Stadtführung durch die sogenannte Rechtstadt von Danzig. Es gibt in Danzig auch eine Altstadt, aber die trägt ihren Namen nicht ganz zurecht. Die Rechtstadt, welche ihren Namen dem Erhalten des Lübischen Rechts im Jahre 1225 verdankt, ist der älteste Teil der Stadt und auch jener mit dem höchsten Touristenaufkommen. Im Zentrum der Stadt gelegen lockt dieser Teil Danzigs mit vielen Cafés, Restaurants, Kneipen und äußerst schön restaurierten, alten Fassaden. Es sei zu beachten, dass die Rechtstadt zwar sehr alt wirkt, die Gebäude sind aber allesamt nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut und das nicht unbedingt hundertprozentig originalgetreu.

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Die Museumsdebatte in Gdańsk – Zwischen Nationalismus und Geschichtsdarstellung

Text: Natalia Wollny
Foto: Marieke Wist

Die Museumsdebatte in Polen beschäftigt die internationale Öffentlichkeit schon seit Jahren. Der Disput um die Ausrichtung des Museums des Zweiten Weltkrieges in Gdańsk scheint seit seiner Gründung 2008 kein Ende zu nehmen. Man mag meinen, dass eine internationale Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg überwiegend Zuspruch finden würde – doch bei der rechts-konservativen Regierung weit gefehlt.

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Das rote Fundament der Exkursion: Danziger Backsteinbauten und die imposante Marienburg

Text: Arne Cordes und Jakob Sieling
Foto: Natalia Wollny

Wer sich zu einer Besichtigung der Stadt Danzig aufmacht, wird beim Spaziergang durch die Stadt schnell feststellen, dass Backstein ein von Danziger Bürger_innen und Baumeister_innen offenbar sehr geschätzter Baustoff war und ist. Ob nun zu Fuß aus mehr oder weniger leicht erhöhter ‚Normalnull-Perspektive‘ oder aus luftiger Höhe vom bequemen Sitz einer Riesenradschaukel: Beim Blick auf die Danziger Innenstadt fallen sofort die prächtigen Rotschattierungen der zahlreichen Gebäude ins Auge.

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Die Westerplatte als Erinnerungsort

Text: Natalia Wollny
Foto: Marieke Wist

Auch wenn wir die Westerplatte nicht direkt besichtigt haben, war sie doch auf gewisse Art und Weise mit unserer Exkursion in Gdańsk verbunden. Sie tauchte schon auf der Zugfahrt in die Stadt als Diskussionspunkt auf – und schließlich konkret, als wir uns mit dem Museum des Zweiten Weltkrieges beschäftigt haben. Die Westerplatte ist zu einem komplexen Terminus geworden, einem emotional aufgeladenen Raum,  in dem sich zahlreiche Debatten und Kontroversen widerspiegeln. Zeitweise wurde sie als Erinnerungsort von den rechts-konservativen Kräften missbraucht, um eine internationalere Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg zu unterbinden – simultan  mit dem Versuch, ihren eigenen Patriot- und Heroismus zu propagieren. Dabei ist die Westerplatte von  jeher Auslöser von Kontroversen gewesen, vor allem zwischenstaatlich.

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Treffen mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF)

Text: Clara Hoppe

Am zweiten Tag unserer Reise fanden wir uns in einer Pierogarnia wieder, in der es verschiedenste Variationen der gefüllten Teigtaschen gab. Dort erwarteten uns drei Freiwillige des Freiwilligendienstes Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF), Lily und Clara aus Deutschland und Stanislav aus der Ukraine. Für diejenigen, die keine Ahnung haben, worum es sich bei ASF handelt, hier eine kleine Erklärung:  ASF wurde als eine deutsche Organisation der Friedensbewegung 1958 auf der Synode (Organ der Evangelischen Kirche, beschließt Kirchengesetze und wählt den Rat der EKD) der Evangelischen Kirche in Deutschland gegründet. Heutzutage ist ASF besonders durch die internationalen Freiwilligendienste bekannt. Diese werden unter anderem in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Israel, Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Tschechien, Ukraine, USA und Belarus angeboten.

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Treffen mit Razem in Gdańsk

Text: Inga Kemper
Foto: partia razem

Am Samstag, den 27. Februar treffen wir uns am späten Nachmittag mit der Danziger Razem Gruppe. Ihr Büro haben sie in einem größeren Gebäudekomplex im dritten Stockwerk, am Ende eines langen Flures. Nach einer freundlichen Begrüßung unserer vom Tag gezeichneten Gruppe setzen wir uns für einen Dialog mit den Aktivisten in einen großen Kreis. Insgesamt sind fünf Mitglieder der politischen Gruppe anwesend. Der Sprecher der Gruppe fängt an und fragt uns, was wir bisher erlebt haben und ob wir irgendwelche Fragen hätten. Zuvor hatten einige aus unserer Gruppe Bedenken, ob ein Gespräch mit einer uns eher unbekannten Gruppe schnell ins Rollen kommen würde. Doch es entwickeln sich viele interessante Fragen, und wir bekommen ausführliche und spannende Antworten.

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AmberSky

Text: Jan Dohrmann
Foto: Natalia Wollny

Zwischen Piroggen und Rote-Beete-Suppe passt immer ein wenig Nervenkitzel. So machten sich neun junge Abenteurer*innen in der Mittagspause auf, um luftige Höhen zu erklimmen. Ihr Ziel: AmberSky – der bernsteinerne Himmel Danzigs. Diese Attraktion im Herzen der Hansestadt verspricht einen atemberaubenden Blick aus mehr als 50 Metern über dem Erdboden. Vor dem Eingang, an dem einem schmale 28 Zloty abgenommen werden, mischt sich etwas Unsicherheit unter die Reisegruppe, doch dann Erleichterung: Das weiße Ungetüm mit seinen 36 Gondeln ist ein Produkt niederländischer Ingenieurskunst und nicht der Leute, die uns Tschernobyl eingebrockt haben.

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