Bremer Studierende in Gdańsk

Text: Klaas Anders

Reisebericht Gdańsk, Exkursion vom 24. bis 28. Januar 2018

Vom 24. Januar bis zum 28. Januar 2018 besuchten 14 Studierende der Universität Bremen die Stadt Gdańsk. Begleitet wurde die Gruppe der Studierenden von Jacob Nuhn, Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen, und Silke Plate, Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen.

Auf den Spuren der Solidarność-Bewegung sowie der Spuren des Zweiten Weltkrieges in der Stadt beschäftigen wir uns mit dem Europäischen Solidarność Zentrum, dem Museum des Zweiten Weltkrieges, der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, der politischen Partei Razem und dem Museum und Erinnerungsort Marienburg.

Foto: Marieke Wist

Gleich am ersten Tag nach unserer spätabendlichen Ankunft organisierten Studierende aus unserer Gruppe einen Stadtrundgang durch die Altstadt von Gdańsk um uns einen ersten Überblick über die Stadt zu geben. Noch am selben Tag besuchten wir das umstrittene Muzeum II Wojny Światowej (Museum des Zweiten Weltkrieges). Mit der dramatischen Kontroverse um die Konzeption des Museums beschäftigten wir uns bereits im Vorfeld der Exkursion ausgiebig. (Mehr dazu hier und hier auf unserem Blog). Nach einer ca. dreistündigen Führung fuhren wir weiter an die Universität Gdańsk um uns mit Piotr Perkowski, Dozent an der Universität Gdańsk, zu treffen. Im Gespräch mit ihm diskutieren wir die Spezifika der polnischen Geschichtswissenschaft und das Spannungsfeld von Geschichtswissenschaft und Erinnerungspolitik.

Nach diesem Gespräch ging es für uns auch direkt weiter zu einem gemeinsamen Abendessen mit Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Wir trafen zwei deutsche Freiwillige und einen ukrainischen Freiwilligen und sprachen über die Herausforderung der Arbeit mit Überlebenden der Shoah und der Perspektive auf Erinnerung in den zukünftigen Generationen.

Am nächsten Tag ging es thematisch in eine andere Richtung. Wir besuchten das Europejskie Centrum Solidarności (Europäische Solidarność Zentrum) und beschäftigten uns mit der Geschichte und der Erinnerung an die Gewerkschaft. Nach einer sehr unkritischen Führung besuchten wir auch das Archiv des Zentrums und bekamen Einblicke in die archivalische Arbeit hinter den Kulissen des sehr modernen Museumskomplexes. Abschließendes nahmen wir uns ausführlich Zeit, das Gesehene zu reflektieren und zu kontextualisieren.

Am nächsten und letzten Tag vor unserer Heimreise fuhren wir in den kleinen Ort Malbork, um die Marienburg zu besichtigten. Nach einer ausführlichen Führung durch den monumentalen Backsteinbau bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns wieder auf in die Dreistadt, um uns mit der Partei Razem zu treffen. Bei dem Gespräch über die politische Situation in Polen und im speziellen in Gdańsk kamen verschiedene thematische Aspekte unserer Exkursion wieder auf und so fanden wir einen runden Abschluss der kurzen Zeit in der Stadt.

Die Fahrt hinterlässt bei uns ambivalente Gefühle und Eindrücke. Dieser Blog stellt den Versuch da, diese Gefühle und Eindrücke einzuordnen und zugänglich zu machen.